Märchenprojekt der Klasse 4b - 1. Märchen

 

Martin der Ritter

(von Maximilian Peters, Klasse 4b)

Es war einmal eine arme Bauernfamilie, deren Sohn sich wünschte, einmal ein Ritter zu sein. Eines Tages ging er ins Dorf, um sich ein bisschen umzuschauen. Auf einmal fiel sein Blick auf ein Schild, darauf stand in großen Buchstaben: „ZUR RITTERSCHULE“. Der Junge rannte schnell Hause und fragte, ob er zur Ritterschule gehen dürfe. Seine Eltern willigten ein und so machte er sich auf den Weg.

 

 

Er folgte den Schildern und gelangte schließlich zu einem riesigen Schloss. Dort klopfte er an das Burgtor. Das Burgtor öffnete sich und heraus guckte ein alter Mann. Der alte Mann sagte: „Hallo, ich bin der Zauberer Felizius – und wer bist du?“ Er antwortete: „Ich bin Martin!“ Der Zauberer fragte: „Was möchtest Du hier an der Ritterschule?“ „Ich möchte ein Ritter werden.“ Felizius sagte: „Dann lass uns doch gleich damit anfangen.“ Und so lehrte der Zauberer Martin alles, was ein Ritter können muss. So vergingen einige Jahre und Martin wurde der beste Schüler auf der gesamten Ritterschule.

Eines Tages sagte Felizius zu ihm: „Martin, du bist jetzt ein echter Ritter und musst in die Welt ziehen, um anderen zu helfen, indem du Riesen, Drachen und andere unheimliche, bösartige, gemeine Kreaturen erschlägst. Aber vorher bekommst du noch dieses Kettenhemd und diese Ritterrüstung und auch dieses Schwert. Es ist ein besonderes Schwert. Es kann selbst durch das härteste Eisen dringen.“ „Aber sagt mir, Meister, wie heißt dieses Schwert?“ „Dieses Schwert heißt Feuerfunken.“ Also verabschiedete Martin sich und zog in die Welt.

Nach ein paar Stunden kam er in eine Stadt, die ganz verlassen aussah. Er dachte sich, dass hier etwas nicht stimmt und zog sich vorsichtshalber sein Kettenhemd und seine Ritterrüstung an. Er ging in ein Wirtshaus, um sich zu erkundigen, warum es hier so leer sei. Martin fragte den Wirt: „Warum gibt es hier keinen Betrieb auf der Straße?“ Der Wirt antwortete: „Ach, junger Rittersmann, wenn Ihr wüsstet, was hier los ist. Ein riesengroßer Drache ist hier in der Nähe und verwüstet alles, was sich ihm in den Weg stellt! Das Allerschlimmste ist aber, dass er immer wieder kommt. Morgen ist es wieder so weit.“ Da fragte Martin, wo der Drache zu finden sei. Der Wirt antwortete daraufhin, dass der Drache in der Hölle beim Teufel zu finden sei. Martin fragte: „Wo kann ich die Hölle denn finden?“ Der Wirt sagte darauf: „Die Hölle ist hinter den zwölf Bergen. Wenn ihr dort aus dem Fenster guckt, seht Ihr die Berge.“ „Danke“, sagte Martin höflich und ging aus dem Haus. Er dachte sich: „Ich kann die Menschen hier doch nicht diesem Drachen überlassen! Ich werde den Drachen und den Teufel besiegen!“ Also ging er in die Richtung der zwölf Berge. Nach ein paar Stunden hatte er endlich alle Berge bezwungen. Nun stand er vor einer riesigen Höhle mit einem rotglühenden Eingang. Er ging in die Höhle. Auf einmal hörte er ein teuflisches Gelächter hinter sich. Er drehte sich um. Dort stand ein Mann mit roter Haut und zwei Hörnern auf dem Kopf und einem Dreizack in der Hand. Schnell zog Martin sein Schwert. Nun sagte der Teufel: „Du willst kämpfen? Dann lass uns doch beginnen!“ Der Teufel ging zwanzig Schritte zurück und warf ganz plötzlich seinen Dreizack auf ihn. Schnell nahm Martin sein Schwert und schnitt den Dreizack entzwei. Der Teufel war verwundert, doch noch bevor er etwas sagen konnte, stach Martin ihn in sein Herz und der Teufel kippte tot um. Martin ging weiter. Plötzlich gab es einen Feuerstrahl neben ihm. Schließlich kam der Drache. Martin rief ihm zu: „Drache, beuge deinen Kopf herunter!“ Der Drache tat, wie ihm befohlen, aber er sah niemanden. In dieser kurzen Zeit war Martin nämlich an den Schuppen des Drachen hinaufgeklettert. Gerade nahm der Drache seinen Kopf wieder hoch, da stach Feuerfunken bis in sein Herz. Der Drache grölte und löste sich in Luft auf. Martin ging weiter und weiter, bis er an eine helle Öffnung kam, die ins Freie führte. Schnell rannte er in die Richtung des Lichtes und atmete erleichtert auf, als er aus dieser stickigen Luft heraus war.

Doch was war das? Die Erde unter seinen Füßen begann zu beben und dort, wo gerade noch ein Berg war, stand jetzt ein Riese. Als der Riese Martin sah, nahm er ihn mit seinen dicken Pranken, verschluckte ihn und rülpste. In seiner Gier hatte er Martin lebendig verschlungen. Martin war verzweifelt. Schließlich rammte er vor Wut sein Schwert in die Magenwand des Kolosses und ließ sich hinfallen. Feuerfunken jedoch schnitt immer weiter, bis der Reise mit einem lauten Knall tot zu Boden fiel. Durch den lauten Knall schreckte Martin auf und sah sein Schwert. Aber er sah auch die große Öffnung. Er rannte auf Feuerfunken zu, nahm es wieder in die Hand und hüpfte durch die große Öffnung ins Freie. Dort sah er sich um und war wieder in seiner alten Heimatstadt. Auf einmal strömten alle Bürger aus ihren Häusern und schenkten ihm ganz, ganz viel Gold.

Und wenn Martin und seine Familie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.